1972
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Ankauf Friedrichshof (FH) im Herbst 1972

Oct 1972
Ankauf Friedrichshof (FH) im Herbst 1972

Im Herbst 1972 erwirbt die Gruppe erste Grundstücke am Friedrichshof (FH). Kommunarde Otmar Bauer kauft mit rasch „zusammengekratzten“ Geld dem Besitzer ein zentrales Grundstück mit altem Schulhaus und aufgelassenem Wasserturm ab – Weitere Grundstücke folgen.

1974
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Gründung des AA-Magazins und des AA-Shops in Neusiedl

Jan 1974
Gründung des AA-Magazins und des AA-Shops in Neusiedl

Zusammenschluss mehrerer Gruppen zu einer Großgruppe (AA-Kommune). Beginn des Ausbau Infrastruktur Friedrichshof. Erste Shops (AA-Magazine) entstehen. Im Hinterzimmer des AA-Magazins in Neusiedl am See, wird der AA-Verlag untergebracht. Die erste Nummer der AA-Nachrichten erscheint. Gründung von Handwerksbetrieben (Tischlerei, Malerei).

1976
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Gründung der Stadtgruppen

Jan 1976
Gründung der Stadtgruppen

Die AAO hat europaweit bereits 450 Mitglieder. Stadtgruppen in Deutschland, und der Schweiz (Kommunen in Frankreich und Skandinavien folgen), sind entstanden und tragen zum gemeinsamen Kommunenhaushalt bei. Die Gruppen gründen Unternehmen, Handwerksbetriebe und Geschäfte.

1978
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Investionen am FH

Jan 1978
Investionen am FH

Große Investitionen am FH werden getätigt und die mangelnde Rentabilität der gruppeneigenen Betriebe führen zu einer wirtschaftlichen Krise. Auflösung des Gemeinschaftseigentums. Die Gruppenmitglieder arbeiten in den verschiedensten Berufen außerhalb der Kommune. Einzelne Kommunarden beginnen als Börsentrader zu arbeiten.

1980
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Gründung der Privatschule Friedrichshof

Jan 1980
Gründung der Privatschule Friedrichshof

Auflösung der gruppeneigenen Handwerksfirmen, Versicherungsverkäufe werden zu einem weiteren profitablen Geschäftszweig.
Die Kommune hat gute Verbindungen zur Politik: Das Wohlwollen des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky und die persönliche Unterstützung des burgenländischen Landeshauptmann Theodor Kery helfen beim Ausbau des Friedrichshofes.

1981
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Gründung einer Genossenschaft: Gemeinschaftsbau Friedrichshof

Jan 1981
Gründung einer Genossenschaft: Gemeinschaftsbau Friedrichshof

Gründung einer Genossenschaft (Gemeinschaftsbau Friedrichshof). Einsetzung des 12er Rat als ökonomisches Entscheidungsgremium. Es gibt zahlreiche Stadtgruppen in den verschiedensten europäischen Städten. Das Gemeinschaftseigentum wird wieder eingeführt. Der Friedrichshof wird zunehmend von den Einnahmen der Mitglieder aus den Stadtgruppen abhängig. Dies veranlasst Otto Mühl und seine Führungsriege, die Außenstellen enger an die Zentrale anzubinden und das Gemeinschaftseigentum wieder einzuführen, so dass sämtliche Einkommen in eine gemeinsame Haushaltskasse am Friedrichshof fließen.

1982
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Lili-Bau

Jan 1982
Lili-Bau

Baubeginn der großen Wohnhausanlage (Lilibau). Finanzierung durch Wohnbauförderung. Straffe Organisation mittels Gruppenleiter*innen und öffentlichen Strukturwahlen. Beginn einer „Säuberungswelle“ („Erste Auszugswelle“). Etliche Mitglieder werden angehalten die Kommune zu verlassen.

1983
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Gründung Wassergenossenschaft und Bohrung eines Trinkwasserbrunnens

Jan 1983
Gründung Wassergenossenschaft und Bohrung eines Trinkwasserbrunnens

Die Infrastruktur am Friedrichshof wird weiter ausgebaut. Brunnenbohrung am Friedrichhof: Für den Bau eines Tiefbrunnens mitsamt Reservoir für die Trinkwasserversorgung wurde eine eigene Wassergenossenschaft gegründet, die ebenfalls öffentliche Fördermittel lukrieren konnte. Errichtung eines zentralen Versorgungshauses (Wasserwerk, Heizhaus). Die Mitgliederanzahl der Kommune erreicht ihren Höhepunkt: 600 Mitglieder in 25 Gruppen in Europa. Auch die Geburtenrate steigt kontinuierlich. Zahlreiche Kinder kommen auf die Welt. Die Kinder wachsen oft getrennt von ihren Müttern auf. Über 80 Kinder leben am Friedrichshof und besuchen den Projektunterricht der kommuneeigenen Privatschule.

1984
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Stadtgruppen werden reduziert – Haus in Berlin?

Jan 1984
Stadtgruppen werden reduziert – Haus in Berlin?

Die Stadtgruppen in ganz Europa wurden in Großgruppen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zusammengefasst. Die überbleibenden rentablen Stadtgruppen sind nun in Berlin, Düsseldorf, Gevelsberg, München und Zürich. Finanzunternehmen werden gegründet. Ständiger Wechsel der Gruppenmitglieder zwischen den verbliebenen Stadtgruppen und der Zentrale am Friedrichshof (Anm. „Urlaub am Friedrichshof“). Das Leben in den Stadtgruppen drehte sich nunmehr hauptsächlich um das Geldverdienen in den neu entstandenen, kommuneeigenen Vertriebsfirmen, wo dank Arbeitsteilung und innovativen Verkaufsmethoden große finanzielle Erfolge erzielt werden konnten. Kritik an diesen Veränderungen wurde nicht geduldet, wer nicht einverstanden war, musste aus der Gemeinschaft ausziehen, die Zahl der erwachsenen Kommunard*innen schrumpft in Folge auf etwa 350 Personen.

1986
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Castello wird gebaut / Tschernobyl

Apr 1986
Castello wird gebaut / Tschernobyl

Die Kommune kapselt sich zusehends von der Außenwelt ab. Die Unzufriedenheit der Mitglieder nimmt zu. Das „Castello“ mit dem weithin sichtbaren, charakteristischem Turm wird fertiggestellt. In der neuen Anlage sind ein Wohnheim, eine Großküche mit Speisesaal, Kühl- und Lagerräumen sowie Schutzräumen untergebracht.

1987
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Ankauf El Cabrito

Jan 1987

Anfang 1987 erwirbt die Kommune eine Bananenplantage auf der Kanareninsel La Gomera, die Finca „El Cabrito”. Die isolierte Lage, El Cabrito ist nur über den Seeweg zu erreichen, ermöglicht auch eine optimale Zugangskontrolle. Durch die hohen Anschaffungs- und Ausbaukosten wird „Geldverdienen“ noch wichtiger. Der Druck auf die Gruppenmitglieder wächst. Begonnene Großbauvorhaben am Friedrichhof werden abgebrochen und der Fokus auf die Finca El Cabrito gerichtet.

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Karin

Die (Nicht-)Auszugsgeschichte

Jul 1987

Warum bin ich eigentlich nicht viel früher ausgezogen? Hier ein persönliches Erlebnis mit dem Versuch einer Antwort

Die Nicht-Auszugsgeschichte.pdf
1990
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Vaterschaftstests

Jan 1990

Seit Herbst 1989 leiten die Reformer:innen in der Kommune eine grundlegende Umstrukturierung ein, auch um die Vermögensverhältnisse transparent zu machen und die Entscheidungsstrukturen zu demokratisieren. Zu diesem Zweck soll eine Genossenschaft (Die Friedrichshof Wohnungsgenossenschaft) gegründet werden. In diese sollen die Sachwerte der Gemeinschaft eingebracht werden, insbesondere die Liegenschaften am Friedrichshof und in El Cabrito sowie die Kunstsammlung, die im Laufe der Achtzigerjahre aufgebaut worden war. Im Gegenzug soll jedes Kommunemitglied gleiche Genossenschaftsanteile übertragen bekommen und das Recht zu haben in freien, geheimen Wahlen die Leitungsgremien zu bestimmen. Bei allen Kindern und allen sich freiwillig meldenden Männern der Kommune werden Vaterschaftstest durchgeführt. Es kommt zu zahlreichen Vaterschaftsan- und aberkennungen.

1991
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Auflösung Kommune

Jan 1991

Mit 01.01.1991 wird die Kommune aufgelöst und die Friedrichshof Wohnungsgenossenschaft übernimmt den laufenden Betrieb. Die Firmen der Stadtgruppen werden von Einzelpersonen oder jeweils mehreren Personen aufgekauft. Die Zahlungen der Stadtgruppen an den Friedrichshof werden eingestellt.